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Untersuchungen

Was wir geprüft haben – und was dabei herauskam.

Auf dem Prüfstand stehen die Ergebnisse unserer dokumentierten Prüfläufe. Hier stehen die Untersuchungen dahinter: die Frage, der Aufbau, die Messwerte und der Entscheid – auch dort, wo er gegen die eigene Idee ausfiel. Ein Prüfkatalog misst nicht den laufenden Betrieb: Er misst, wie der Assistent auf festgelegte Fragen antwortet.

Der Assistent beantwortet einen festen Katalog von Prüffragen. Ein zweites KI-Modell, das an der Antwort nicht beteiligt war, bewertet jede Antwort gegen eine vorab hinterlegte Prüfzeile und liest die zitierten Quellen mit. Wir nennen es hier den Prüfer. Das ist eine automatisierte Eigenprüfung – auch dieser Prüfer kann irren.

Stand 12. September 2026. Nachgeführt nach jeder Untersuchung, mindestens einmal im Monat.

Untersuchung 1

umgestellt am 11. September 2026

Welches Sprachmodell soll Bauly künftig antworten lassen?

10.–11. September 2026

Anlass: Google hat angekündigt, die heute eingesetzte Modellgeneration (Gemini 2.5 Flash) auslaufen zu lassen. Ein Termin ist genannt, gilt laut Anbieter aber als frühestmöglicher Zeitpunkt und nicht als Abschaltdatum. Ein Wechsel ist also nicht Kür, sondern Pflicht – offen war nur, auf welches Modell.

Aufbau

  • Dieselben 176 Prüffragen für jeden Kandidaten.
  • Dieselben Quellen: Das Nachschlagen im Wissensbestand wurde einmal durchgeführt und für alle Durchläufe eingefroren. Ohne das hätte der Vergleich Modell und Quellensuche zugleich gemessen.
  • Derselbe Prüfer, technisch festgeschrieben und nach jedem Durchlauf gegengeprüft.
  • Getrennte Vergleichspaare: Der Wechsel der Antwortform und der Wechsel des Modells wurden nie gleichzeitig verändert.

Messwerte

Was wurde gemessen?bisher: 2.5 Flashneu: 3.5 Flash-Lite3.1 Flash-Lite
Korrektheitsscore (Punkte von 100)83.784.485.9
Einzelne Quellenangaben passend85.6 %88.6 %77.7 %
Antworten mit Quellenangaben115 von 176142 von 17695 von 176
Antworten mit mindestens einer Fehlzuordnungniedriger ist besser39 von 17651 von 17662 von 176
Antwortzeit (Median)6.6 s3.2 s5.8 s
Zugesicherte Mindestlaufzeitläuft ausbis Juli 2027bis Mai 2027

Dieselben 176 Prüffragen für jeden Kandidaten, gleicher Prompt, eingefrorene Quellen, gleicher Prüfer. «Antworten mit Quellenangaben»: wie viele der 176 Antworten überhaupt eine Quelle nennen – eine Antwort ohne Angabe kann keine Fehlzuordnung haben. Das vierte geprüfte Modell (3.8 Flash) steht nicht in der Tabelle: Es lief nur über 27 der 176 Fragen, seine Werte sind nicht vergleichbar.

Häufigeres Zitieren verbessert die Nachprüfbarkeit, solange die Belege passen – es erzeugt aber zugleich mehr Gelegenheit für Fehlzuordnungen. Rechnet man nur die Antworten, die überhaupt eine Quelle nennen, liegen beide Modelle gleichauf: 36 Prozent davon enthalten mindestens eine Fehlzuordnung, beim heutigen Stand sind es 34 Prozent.

Ergebnis: 3.5 Flash-Lite antwortet in der halben Zeit und ordnet die einzelnen Quellenangaben zuverlässiger zu. Beim Korrektheitsscore liegt es im untersuchten Katalog auf ähnlichem Niveau wie der heutige Stand. Vor allem nennt es in 142 von 176 Antworten überhaupt eine Quelle – gegenüber 115 heute.

Einschränkung: Die Zunahme von 39 auf 51 Antworten mit Fehlzuordnung ist eine Nettozahl. Welche Antworten neu einen Beleg tragen und welche neu einen falschen, zeigt erst ein Vergleich Fall für Fall – den haben wir nicht durchgeführt. Wie schwer die einzelnen Fehlzuordnungen wiegen, konnten wir ebenfalls nicht verlässlich einstufen: Zwei unabhängige Prüfungen kamen bei derselben Datenlage auf unterschiedliche Ergebnisse. Und eine Einschränkung des Versuchsaufbaus selbst: Für die neuen Modelle musste die Rechenzentrums-Region gewechselt werden, wodurch die Hintergrund-Gegenprüfung der Quellenangaben in diesen Durchläufen nicht mitlief. Sie verändert den Antworttext nicht, aber die Verarbeitung war damit nicht in jedem Detail identisch. NACHTRAG VOM 12. SEPTEMBER: Ein Folgelauf hat gezeigt, dass wir den Zuwachs an Quellenangaben zu günstig gelesen haben. Das neue Modell schrieb seine Angaben in 79 von 176 Antworten als eckige Klammern statt als hochgestellte Ziffern – für uns unlesbar und darum nicht mitgezählt, für die automatische Gegenprobe unsichtbar. Nach der Reparatur zählen wir 129 von 176 Antworten mit Quellenangabe. Zählt man beide Schreibweisen, belegte das Modell vorher 133 von 176 und nachher 129 von 176 Antworten: Es belegt also nicht mehr als vorher. Der echte Gewinn liegt woanders – die Angaben laufen jetzt durch die automatische Gegenprobe, und dort fallen die unpassenden heraus. Antworten mit mindestens einer Fehlzuordnung: 13.1 statt 18.8 Prozent von 176.

Schlussfolgerung: Umgestellt. Seit dem 11. September 2026 antwortet Bauly mit Gemini 3.5 Flash-Lite. Die übrigen Funktionen – Dokument-Analyse, Deep-Check, Chat – laufen vorerst weiter auf der bisherigen Modellgeneration; sie werden einzeln geprüft und umgestellt.

Untersuchung 2

nicht übernommen, wird überarbeitet

Hilft eine neue Regel für den Aufbau der Antworten?

10.–11. September 2026

Anlass: Die bisherige Regel schrieb für Laienantworten Fliesstext und einen festen Schlusssatz vor. Bei Fragen mit einer echten Reihenfolge – erst dokumentieren, dann rügen, dann Frist setzen – arbeitete diese Form gegen den Inhalt.

Aufbau

  • Neue Regel: Die Form richtet sich nach dem Inhalt. Nummerierte Schritte, wenn die Reihenfolge zählt; Aufzählungen für Gleichrangiges; Absätze für Erklärungen. Kein Pflicht-Schlusssatz mehr.
  • Gemessen gegen den bisherigen Stand, gleiches Modell, eingefrorene Quellen, gleicher Prüfer, 176 Fragen.

Messwerte

Kennzahlbisherneue Regel
Aufbau wie vorgegeben (Laienmodus)16 %78 %
Fachliche Korrektheit83.783.0
Quellenangaben richtig85.6 %74.2 %
Antworten mit Fehlzuordnung (von 176)niedriger ist besser3959

176 Prüffragen, gleiches Modell, eingefrorene Quellen, gleicher Prüfer. Aufbautreue nur über die 83 Laienantworten, bei denen die Regel gilt; Rechen-, Sicherheits- und Sonderfälle sind ausgenommen.

Ergebnis: Die Regel wirkt: Die Antworten folgen dem vorgegebenen Aufbau viermal so oft, bei unverändertem Korrektheitsscore. Der Preis sind die Belege – von 176 Antworten enthalten 59 statt 39 mindestens eine falsch zugeordnete Quellenangabe, und der Anteil der passenden Einzelangaben fällt um elf Punkte.

Einschränkung: Warum die Zuordnung leidet, wissen wir nicht. Die naheliegende Erklärung – die neue Form erlaubt mehr Struktur, also mehr Quellenangaben, also mehr Gelegenheit für Fehler – wird durch die eigenen Daten widerlegt: Das stärkste geprüfte Modell setzte mit Abstand die meisten Angaben und traf dabei am besten. Es liegt also nicht an der Menge. Welche einzelne Regel den Ausschlag gibt, haben wir nicht isoliert – deshalb formulieren wir auch keine Gegenregel, bevor wir es wissen.

Schlussfolgerung: Nicht übernommen. Gemessen wurde die Befolgung der Aufbauregel, nicht die Lesbarkeit – ob die Antworten dadurch besser zu lesen sind, haben wir nicht erhoben. Der Rückgang bei der Nachprüfbarkeit ist dagegen gemessen. Die Regel wird überarbeitet und erneut geprüft.

Untersuchung 3

umgestellt am 12. September 2026

Hinter dem Assistenten arbeiten drei weitere Modelle – taugen ihre Nachfolger?

11.–12. September 2026

Anlass: Nicht nur das antwortende Modell läuft beim Anbieter aus, sondern auch die drei Modelle dahinter: die vertiefte Zweitprüfung auf Knopfdruck, die automatische Gegenprobe jeder Quellenangabe und das kleine Modell für Folgefragen und Gesprächstitel. Ein Wechsel ist bei allen dreien Pflicht. Offen war jeweils, worauf – und ob der Nachfolger dasselbe leistet.

Aufbau

  • Jede Rolle einzeln gemessen, nie zwei Wechsel gleichzeitig.
  • Vertiefte Zweitprüfung: dieselben 52 mangelhaften Antworten und dieselben 20 einwandfreien Kontrollantworten, derselbe Ausgangsstand, derselbe Prüfer – nur das Prüfmodell unterschiedlich. Die Fallauswahl wurde als identisch nachgewiesen.
  • Gegenprobe der Quellenangaben: 940 Belegstellen, jede von allen drei Kandidaten beurteilt, auf denselben Aussagen und denselben Quelltexten. Die 293 strittigen Stellen wurden anschliessend blind nachbeurteilt – vorgelegt wurden nur Aussage und Quelltext, ohne Angabe, welches Modell wie entschieden hatte, jede Entscheidung mit Begründung.
  • Dazu 60 Belegstellen, in denen sich alle drei Modelle einig waren, als Kontrolle: Auch drei Modelle können denselben Fehler machen – und der Nachbeurteiler ebenso.
  • Folgefragen und Titel: 20 Gespräche, gemessen an den zählbaren Regeln der Vorgabe (genau drei Fragen, jede unter 70 Zeichen, Titel höchstens fünf Wörter).

Messwerte

Was das Modell tutbisherneuwie entschieden
Vertiefte Zweitprüfung auf KnopfdruckGemini 2.5 ProGemini 3.5 Flashgleichwertig: netto +22 gegen +24 von 72 Fällen
Gegenprobe jeder QuellenangabeGemini 2.5 Flash-LiteGemini 3.1 Flash-Litebesser: 115 statt 73 von 180 strittigen Fällen wie der Nachbeurteiler
Folgefragen und GesprächstitelGemini 2.5 FlashGemini 3.5 Flash-Litegleichwertig: je 0 Ausfälle, je 1 Regelbruch von 20

Vertiefte Zweitprüfung: 52 mangelhafte plus 20 einwandfreie Antworten, identische Auswahl, gleicher Prüfer. Gegenprobe: 180 strittige Belegstellen blind nachbeurteilt, plus 60 einmütige als Kontrolle. Folgefragen: 20 Gespräche. Alle Werte aus automatisierter Eigenprüfung.

Warum drei verschiedene Modelle: Die vertiefte Zweitprüfung soll gründlich sein und wird selten aufgerufen, die Gegenprobe läuft bei jeder Antwort und muss darum schnell und günstig sein. Ein einziges Modell für beides wäre entweder zu langsam oder zu ungenau.

Ergebnis: Alle drei Nachfolger tragen. Der deutlichste Gewinn liegt bei der Gegenprobe der Quellenangaben: Das bisherige Modell entfernte in 71 von 180 strittigen Fällen einen Beleg, den der Nachbeurteiler für tragfähig hielt – das neue tut das in 26. Falsche Belege durchgewinkt haben alle drei Kandidaten etwa gleich oft (36 bis 39 von 180). Weniger zu Unrecht entfernte Belege heisst: mehr Antworten behalten ihre Quelle.

Einschränkung: Der Nachbeurteiler ist kein Massstab, sondern eine dritte Meinung mit eigener Fehlerrate. Bei den 60 Belegstellen, in denen sich alle drei Modelle einig waren, widersprach er in 13 Fällen – in gut jedem fünften. Unterschiede unterhalb dieser Schwelle lassen sich aus dieser Messung nicht ablesen; der Abstand zwischen 73 und 115 von 180 liegt deutlich darüber. Bei der vertieften Zweitprüfung sind die beiden Modelle nicht unterscheidbar: 22 gegen 24 netto verbesserte Fälle von 72 sind zwei Fälle Unterschied. Wir haben dort nicht das bessere Modell gewählt, sondern festgestellt, dass der Nachfolger dieselbe Last trägt. Die frühere Gegenüberstellung mit älteren Läufen trug nicht: Sie hatte 165 statt 176 Fragen, ein anderes Antwortmodell und keinen dokumentierten Prüferstand.

Schlussfolgerung: Umgestellt am 12. September 2026: Gegenprobe der Quellenangaben auf Gemini 3.1 Flash-Lite, vertiefte Zweitprüfung auf Gemini 3.5 Flash, Folgefragen und Titel auf Gemini 3.5 Flash-Lite. Damit läuft keine Funktion mehr auf einer auslaufenden Modellgeneration.

An zwei Beispielen

Was sich konkret geändert hat

Zahlen erklären eine Veränderung, zeigen sie aber nicht. Zwei Antworten aus dem Vergleich – beide auf dieselbe Frage, beide fachlich richtig, beide vom Prüfer mit der Bestnote bewertet. Was sich unterscheidet, ist die Nachprüfbarkeit.

dazugewonnen

«Kann ich für die erdberührte Kellerwand aussen normale Steinwolle als Dämmung nehmen?»

bisher (2.5 Flash) – richtig, aber ohne jede Quelle

Nein, für die erdberührte Kellerwand solltest du aussen keine normale Steinwolle als Dämmung verwenden. Steinwolle ist nicht wasserunempfindlich und würde im Erdreich Feuchtigkeit aufnehmen, was ihre Dämmwirkung stark reduziert und zu Bauschäden führen kann.

neu (3.5 Flash-Lite) – dieselbe Aussage, fünf Belege

Für die Aussendämmung im Erdreich – also an der Kellerwand unter Terrain – benötigst du zwingend druckfeste und wasserunempfindliche Dämmstoffe wie extrudiertes Polystyrol (XPS) oder Schaumglas ¹ ³. Steinwolle hat ihre Stärken im trockenen Bereich, etwa bei der Fassadendämmung über dem Terrain ³.

Beide Antworten sind fachlich richtig. Die bisherige nennt keine einzige Quelle – wer nachprüfen will, kann es nicht. Die neue setzt fünf Quellenangaben, alle fünf hat der Prüfer als passend bewertet. Das ist der Zugewinn, den die Zahl «142 statt 115 Antworten mit Quellenangaben» beschreibt.

verbliebener Fehler

«Was ist der Unterschied zwischen Totalunternehmer und Generalplaner? Und wie viel teurer ist ein GU-Konstrukt typischerweise?»

die Stelle in der neuen Antwort

Preisaufschlag GU-Konstrukt: Ein GU/TU-Konstrukt ist erfahrungsgemäss ca. 3 bis 5 % teurer als eine gut koordinierte Einzelvergabe, bietet dafür aber ein höheres Mass an Kosten- und Terminsicherheit ⁴.

was der Prüfer dazu sagt

Die Angabe «3 bis 5 %» ist in der zitierten Quelle [4] nicht enthalten. Die Quelle stützt nur den zweiten Teil der Aussage (höhere Kosten- und Terminsicherheit).

Die Antwort ist insgesamt richtig und wurde mit der Bestnote bewertet – aber die konkrete Prozentzahl hängt an einer Quelle, die sie nicht enthält. Genau das meint «51 von 176 Antworten mit mindestens einer Fehlzuordnung». Wer den Beleg anklickt, findet die Zahl dort nicht. Fehler dieser Art treffen überdurchschnittlich oft Zahlen und Fristen – also das, wofür jemand einen Beleg überhaupt aufschlägt.

Beide Beispiele stammen aus dem Prüfkatalog, nicht aus Nutzergesprächen. Die Antworten sind gekürzt; Rechtschreibung und Hervorhebungen wie im Original.

Gefunden am eigenen Messwerkzeug

Sieben Fehler im Prüfverfahren

Im Verlauf dieser Untersuchungen haben wir sieben Fehler gefunden – nicht im Assistenten, sondern im Prüfverfahren selbst. Die meisten liessen die gemessenen Werte besser aussehen, als sie waren; einer das Gegenteil. Sie stehen hier, weil ein Prüfstand nur so viel wert ist wie die Prüfung seiner selbst. Seit dem 11. September stehen hier auch Fehler, die nicht im Prüfverfahren lagen, sondern in der ausgelieferten Anwendung – gefunden, weil ein Prüflauf sie sichtbar machte.

  • Der Prüfer kannte die Vorgabe nur aus zweiter Hand

    teilweise behoben

    Was war: Der Assistent hat Regeln dafür, wie eine Antwort aufgebaut ist – Absätze, Listen, Schlusssatz. Dem prüfenden Modell lagen sie nur als Zusammenfassung vor, nicht im Wortlaut. Es prüfte deshalb, ob eine bestimmte Schlussformel dasteht, nicht, ob die Regel eingehalten wird.

    Folge: Der ausgewiesene Wert für Aufbautreue war grösstenteils ein Artefakt des Prüfverfahrens. Auf denselben, unveränderten Antworten fiel er nach der Korrektur von 97.6 auf 33.7 Prozent (28 von 83 Laienantworten).

    Behoben: Der Prüfer liest die Vorgabe seither im Wortlaut aus der Quelle und muss die verletzte Zeile wörtlich zitieren. In Einzelfällen begründet er einen Abzug aber weiterhin mit einer Regel, die die Antwort einhält.

  • Ein unbeweisbares Urteil galt als bestanden

    behoben

    Was war: Konnte der Prüfer einen vermuteten Fehler nicht belegen, war er angewiesen, auf «in Ordnung» zu entscheiden. Damit landete sein eigenes Versagen im Zähler der Erfolgsquote.

    Folge: Jede Schwäche des Prüfers liess das geprüfte System besser aussehen. Wie gross der Effekt war, lässt sich nachträglich nicht mehr beziffern – genau das ist das Problem daran.

    Behoben: Drei Zustände statt zwei: erfüllt, verletzt, nicht zuverlässig bewertbar. Der dritte fällt aus Zähler und Nenner und wird getrennt ausgewiesen.

  • Eine Kennzahl hing vom Arbeitsstand ab, nicht vom Messlauf

    behoben

    Was war: Eine Gegenprobe sollte zeigen, wie oft der Prüfer einen Abzug behauptet, ohne ihn zu belegen. Sie verglich die Urteile aber gegen die jeweils aktuellen Vorgaben statt gegen die, die beim Messlauf galten.

    Folge: Dieselbe Gegenprobe auf denselben 171 Urteilen ergab je nach Zeitpunkt 2 oder 90 unbelegte Abzüge.

    Behoben: Jeder Lauf legt seinen vollständigen Prüfstand ab – Anweisung, Vorgaben, Schema, Modellkonfiguration. Fehlt er, meldet die Kennzahl «nicht berechenbar» statt einer Zahl.

  • Sicherheitsurteile ohne Begründung

    behoben

    Was war: Bei Manipulationsversuchen – jemand schiebt dem Assistenten über ein hochgeladenes Dokument fremde Anweisungen unter – war nur ein Ja/Nein verlangt, keine Belegstelle. In einem Lauf mit 12 solchen Fällen waren 10 ohne ein Wort Begründung als abgewehrt gebucht.

    Folge: Die Abwehrquote war nicht nachprüfbar. Das heisst nicht, dass sie falsch war: Die beiden nicht abgewehrten Fälle wurden korrekt erkannt und führten zu einer Schutzfunktion, die seither serverseitig greift.

    Behoben: Bei Sicherheitsfällen ist die Begründung mit Belegstelle jetzt Pflicht, auch wenn das Urteil «abgewehrt» lautet. Im ersten Lauf danach lag die Zahl der Urteile ohne Begründung bei null.

  • Der Prüfer sah nicht, was die fragende Person angegeben hatte

    behoben

    Was war: Kanton und Gemeinde werden im Chat ausgewählt, stehen also nicht im Fragetext. Der Prüfer bekam sie nicht – und meldete die vom Nutzer selbst gewählte Gemeinde als vom Assistenten erfundene Angabe.

    Folge: 9 von 46 solchen Meldungen eines Laufs waren dieses Artefakt. Dieser Fehler liess den Assistenten schlechter aussehen, nicht besser.

    Behoben: Die Angaben der fragenden Person stehen jetzt im Prüfauftrag. Die betroffenen Vergleichsläufe wurden vollständig neu bewertet.

  • Die Fehlerquote je Quellenangabe beantwortet die falsche Frage

    behoben

    Was war: Wir hatten verglichen, welcher Anteil der Quellenangaben auf die falsche Quelle zeigt. Ein getestetes Modell schnitt dabei fast dreimal besser ab – es setzte aber auch viermal so viele Angaben (333 statt 78 auf denselben 27 Fragen).

    Folge: Pro Antwort gerechnet war es nicht besser, sondern schlechter: 10 von 27 Antworten mit mindestens einer Fehlzuordnung gegenüber 6. Die günstigere Quote hatte den Befund verdeckt.

    Behoben: Fehlzuordnungen werden zusätzlich pro Antwort ausgewiesen. Die Einstufung nach Schwere ist in Arbeit und noch nicht verlässlich.

  • Eine Zweitprüfung fiel still aus

    behoben

    Was war: Für den Test neuer Modelle musste die Rechenzentrums-Region gewechselt werden. Das kleine Modell, das im Hintergrund jede Quellenangabe gegenprüft, ist dort nicht verfügbar – es antwortete 325-mal mit einem Fehler, den das System bewusst verschluckt, damit eine Störung im Hintergrund nie die Antwort selbst gefährdet.

    Folge: In allen Testläufen mit neuen Modellen lief diese Gegenprüfung nicht mit. Der laufende Betrieb war nicht betroffen – dort hat sich die Region nicht geändert.

    Behoben: Die Hilfsmodelle haben jetzt eine eigene Regionseinstellung. Ohne diese Trennung hätte der geplante Modellwechsel die Gegenprüfung lautlos abgeschaltet.

  • Quellenangaben blieben unlesbar

    behoben

    Was war: Nach dem Modellwechsel schrieb der Assistent seine Quellenangaben in vielen Antworten als eckige Klammern statt als hochgestellte Ziffern – also «[7, 8]» statt «⁷ ⁸». Für einen Leser sieht beides ähnlich aus. Für die Prüfung nicht: An den hochgestellten Ziffern hängt alles, was aus einer Quellenangabe einen nachprüfbaren Beleg macht.

    Folge: Die automatische Gegenprobe, die jede Quellenangabe gegen den Quelltext hält, lief nur noch bei 63 statt 158 von 176 Antworten. Die Quellenliste unter der Antwort wurde nicht mehr auf die tatsächlich verwendeten Quellen gekürzt. Betroffen waren 79 von 176 Antworten.

    Behoben: Eckige Klammern werden direkt nach der Erzeugung in hochgestellte Ziffern umgewandelt – aber nur, wenn die Zahl eine gelieferte Quellennummer sein kann. Eine Jahreszahl in Klammern bleibt unangetastet.

  • Zusammengeklebte Quellenangaben lasen sich als falsche Nummer

    behoben

    Was war: Die Reparatur oben schrieb «[3, 4]» als «³⁴» – ohne Abstand. Gemeint sind die Quellen 3 und 4, gelesen wird «Quelle 34». Die eigene Vorgabe verlangt mehrere Belege einzeln, mit Abstand.

    Folge: 37 von 176 Antworten trugen eine Quellenangabe, die auf eine Nummer zeigte, die es nicht gab. Das prüfende Modell zählte neun davon als erfundene Quelle – die Beanstandung war berechtigt, der Fehler lag bei uns.

    Behoben: Mehrere Belege werden mit Abstand geschrieben. Bewusst NICHT eingebaut wurde die umgekehrte Auslegung: Eine vom Modell selbst geschriebene Angabe «¹⁸» wird nicht als «1 und 8» gedeutet. Das wäre Raten an einer Quellenzuordnung.

  • Einzelne Antworten begannen mit einer sinnlosen Zeile

    behoben

    Was war: Das neue Modell stellte manchen Antworten ein Bruchstück voran – ein Wort ohne Sinn, in einem Fall sogar erfundene Feldnamen, die wie ein Blick ins Innenleben der Anwendung aussahen. Über 4930 gespeicherte Antworten aus 30 Prüfläufen: 15 Treffer, alle beim neuen Modell, keiner bei den drei Vergleichsmodellen.

    Folge: Rund ein bis vier Prozent der Antworten begannen unbrauchbar. Der eigentliche Antworttext darunter war jeweils in Ordnung.

    Behoben: Eine Schranke entfernt eine solche Vorzeile – aber eng begrenzt: nur ein kleingeschriebenes Einzelwort, nie ein Satz, eine Liste legitimer Einleitungen ist ausgenommen, und der Rest der Antwort muss für sich stehen. Fängt er klein an, könnte die Zeile zum Satz gehören – dann wird nichts entfernt.

  • Ein technischer Ausfall zählte als gültige Antwort

    behoben

    Was war: Während eines Prüflaufs fiel die Namensauflösung des Prüfrechners aus. Der Dienst lieferte daraufhin seinen Ersatztext «Die KI ist gerade nicht erreichbar». Die Prüfung sah nur nach, ob überhaupt Text da war – der Ersatztext ist nicht leer und galt als Antwort.

    Folge: Der Lauf meldete «technische Ausfälle: 0». Tatsächlich waren 142 von 176 Antworten gar keine Antworten. Ohne Nachrechnen wären die Ergebnisse dieses Laufs in die Auswertung gegangen.

    Behoben: Ein Ersatztext zählt als Ausfall, der Aufruf wird wiederholt, und bleibt es dabei, meldet der Lauf laut, dass er unvollständig ist.

  • Ein Totalausfall sah aus wie ein Messergebnis

    behoben

    Was war: Beim Vergleich zweier Prüfmodelle wurde das zweite Modell in einer Region angefragt, in der es nicht existiert. Der Aufruf schlug still fehl – die Gegenprobe ist bewusst ausfalltolerant. Weil die Messung eine Kopie der Daten benutzte, die das Ergebnis des ersten Modells schon enthielt, meldete sie dessen Zahlen zurück.

    Folge: Die Auswertung zeigte für alle 134 geprüften Antworten identische Werte – ein scheinbar perfekter Gleichstand. Gelesen als Ergebnis hätte das geheissen: Das neue Modell urteilt genau wie das alte. Tatsächlich hatte es nie geantwortet.

    Behoben: Das Modell wird nicht mehr über eine prozessweite Einstellung gesetzt, sondern direkt übergeben; die Region folgt der Modellgeneration. Ein Ausfall steht seither als eigenes Feld in den Daten, statt sich hinter fremden Zahlen zu verstecken.

  • Eine überzeugende Reparatur, die messbar geschadet hätte

    verworfen

    Was war: Für die abgeschnittenen Antwortanfänge lag eine Ursache nahe und eine Reparatur ebenso. Auf zwölf Wiederholungen derselben Frage behob sie elf von zwölf Fällen – ein sehr überzeugendes Zwischenergebnis.

    Folge: Über alle 176 Prüffragen gemessen, mit und ohne Eingriff und sonst identischen Bedingungen, kehrte sich das Bild um: vier Antworten kamen leer zurück, 18 Antworten weniger trugen überhaupt einen Beleg, und der Anlass selbst trat im Bestand gar nicht auf – null abgeschnittene Anfänge auch ohne den Eingriff.

    Behoben: Nicht ausgerollt. Zwölf Wiederholungen einer einzelnen Frage sind keine Fehlerquote. Der Versuch bleibt samt Messergebnis dokumentiert, damit er nicht ein zweites Mal als gute Idee erscheint.

Und was heisst das für die veröffentlichten Zahlen?

Die Zahlen auf dem Prüfstand stammen vom Messlauf vom 3. September und wurden mit dem Prüfverfahren erhoben, dessen Fehler oben stehen. Wir haben sie nicht nachträglich korrigiert: Eine Neubewertung aller alten Läufe hätte die Vergleichbarkeit des Verlaufs zerstört. Der nächste vollständige Lauf ist der erste mit dem korrigierten Prüfer – und er wird bei einigen Kennzahlen niedrigere Werte zeigen. Eine Kontrollmessung ergab bei der fachlichen Korrektheit 1.8 Punkte weniger.

Was diese Seite nicht behauptet

  • Diese Liste ist nicht abschliessend. Sie enthält die Fehler, die wir bisher gefunden haben – nicht die, die noch drin sind. Sieben Funde in wenigen Monaten sind eher ein Hinweis darauf, dass weitere existieren, als ein Beleg für Vollständigkeit.
  • Nicht alles davon haben wir selbst entdeckt. Mehrere Funde gehen auf Einwände von aussen zurück, einer auf einen externen Prüfbericht.
  • Die Prüffragen sind redaktionell erstellt und decken nicht jede denkbare Baufrage ab. Eine Quote sagt nichts über die einzelne Antwort, die du bekommst.
  • Wir vergleichen nicht mit Fachpersonen. Ein solcher Vergleich wurde nie durchgeführt.
  • Kleine Fallzahlen bleiben klein. Wo eine Aussage auf 27 Fragen beruht, steht das dabei – daraus lässt sich eine Richtung ablesen, keine Quote.